CHARTA für assoziatives Wirtschaften
unter Verwendung des Labels „fair & associative“ für biologische Lebensmittel


Im Sinne der von Rudolf Steiner entwickelten Ideen zur Dreigliederung des sozialen Gesellschaftsorganismus im Allgemeinen und zur Gestaltung des Wirtschaftsleben im Speziellen, werden folgenden Punkte als Charta für die Verwendung des Zeichens „fair & associative“ festgehalten:


1) Unternehmen und Initiativen verpflichten sich zur Organisation und regelmäßigen Teilnahme an Marktgesprächen mit Vertretern der gesamten Wertschöpfungskette eines Produkts oder Sortiments. So können „assoziative Netzwerke“ entstehen, in welchen die heute systemimmanenten Methoden der einseitigen Gewinnmaximierung weitgehend aufgehoben werden.


2) Diese Marktgespräche dienen allen Beteiligten zur Wahrnehmung der Prozesse und Konditionen innerhalb einer Wertschöpfungskette. Das dabei entstehende Verständnis ermöglicht jedem Teilnehmer, sein eigenes, selbständiges Handeln im Sinne des Ganzen zu gestalten. Die so möglichen Formen der Zusammenarbeit werden protokolliert und in einer Vereinbarung festgehalten.


3) Die Teilnehmer solcher assoziativen Gruppierungen bilden die „fair&associative-Community“. Sie beteiligen sich regelmäßig an deren Workshops zur Dreigliederung des Sozialorganismus und ihrer praktischen Verwirklichung im Unternehmensalltag.


4) Teilnehmende Unternehmen und Initiativen lassen sich bezüglich ihrer Gemeinwohlorientierung in regelmäßigen Abständen nach einem bewährten System evaluieren.


5) Das Label darf gemäß den graphischen Vorgaben für die Produkt- und Unternehmenskommunikation verwendet werden, wenn alle Bedingungen dieser Charta erfüllt sind. Die Unternehmen und Initiativen gehen diese Verbindlichkeit ein, sobald sie den hierfür vorgesehenen Charta-Vertrag unterzeichnet haben.


6) Für die Kennzeichnung eines Produktes mit dem Siegel „fair & associative“ müssen bei Mischprodukten mindestens 51% der Komponenten in einem assoziativen Prozess betrachtet worden sein. Die Inverkehrbringer eines Produkts nennen die Beteiligten der gesamten Wertschöpfungskette, z.B. mit Hilfe eines QR-Codes auf dem Etikett.


7) Die teilnehmenden Unternehmen und Initiativen beteiligen sich an den Kosten für die Verwaltung und die Vergabe des Labels sowie für die Organisation der „fair & associative Community“.